Frau hält ein Herz aus Holz an ihren Popo

Analverkehr

Was bedeutet "anal"? Worauf soll man achten? Kann man schwanger werden? Stehen alle homosexuellen Männer drauf? Alles rund um das Thema Analverkehr erfährst du hier.

Posex, jemanden anal besuchen oder Darmgartenparty sind nur ein paar kreative Ausdrücke für Analverkehr und schon mal für den ein oder anderen Grinser gut.

Oft werden wir gefragt, wann man denn Analsex haben muss? Klare Antwort - nie. Wir wissen, dass in vielen Pornos immer wieder gezeigt wird, dass Menschen Analverkehr haben. Und klar, es gibt auch Personen, die daran Lust haben und genauso gibt es viele Menschen, die eben keine Lust darauf haben. Es ist echt lange nicht so, dass alle darauf stehen. Und selbst wenn, wäre es komplett egal, wenn du eben anders empfindest.

Es geht darum, dass du das machst, worauf du Lust hast. Und jede Person, die dich mag, wird dich auch dabei unterstützen.

Was ist das jetzt eigentlich?

Anal bedeutet, den After, also die Po-Öffnung betreffend. In der Sexualität meint man damit Stimulierungen im Bereich der Po-Öffnung. Also z. B. wenn man den Anus mit der Zunge berührt oder auch mit dem Finger stimuliert, wenn es sich für einen gut anfühlt.

Analverkehr ist eine von vielen Möglichkeiten, miteinander intim zu werden. Menschen, die darauf Lust haben, nehmen dabei einen Penis oder auch Finger über den Anus auf bzw. führen Finger oder auch Penis über den Anus ein. Der Anus oder auch After ist die Austrittsöffnung des menschlichen Darmes.

 

Fühlt sich das gut an?

Damit sich Analverkehr gut anfühlen kann, muss man wirklich Lust darauf haben und Berührungen im Bereich des Afters generell angenehm finden. Jede Person empfindet da komplett anders. Es gibt viele verschiedene sexuelle Praktiken. Wenn zwei miteinander intim werden wollen, dann kommt es immer darauf an, ob deren Wünsche zusammenpassen. Denn in der Sexualität kann immer nur das geschehen, was im selben Moment alle Beteiligten als lustvoll erleben. Was jemand als angenehm und erregend empfindet und was nicht, ist ganz unterschiedlich.

So ist es auch beim Analverkehr. Manche empfinden Berührungen im Bereich des Afters als erregend, andere allerdings mögen das ganz und gar nicht. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Wie viel "anal" angenehm ist, und wann es unangenehm wird, ist bei jedem und jeder unterschiedlich. Manche mögen Berührungen mit dem Finger rund um die Po-Öffnung, andere auch das Eindringen mit dem Finger, manche möchten noch ein wenig weiter gehen und wieder andere empfinden jegliche Stimulierung im Afterbereich als unangenehm.

Analverkehr zu mögen bzw. ausprobieren zu wollen ist normal und okay. Analverkehr nicht zu mögen und nicht ausprobieren zu wollen, ist genauso normal und okay.

 

Der After ist nicht direkt zum Aufnehmen gemacht

 

  • Zum leichteren Aufnehmen eines Penis, kann eine Vagina Flüssigkeit produzieren und somit das Aufnehmen einfacher machen. Der After kann das allerdings nicht. Deshalb braucht es beim Analverkehr immer eine Art von "Gleitflüssigkeit". Das kann Speichel sein oder eine Gleitcreme. Bei Gleitcremes ist es wichtig, dass sie für die Kombination mit Kondomen geeignet sind. Sonst können sie das Kondom beschädigen. Gleitmittel erhält man z. B. in Drogeriemärkten und in Apotheken.
  • Der After wird von einem Schließmuskel gesteuert. Dieser hält den Ausgang geschlossen, damit nur während des "Stuhlganges" Kot austritt. Er ist also nicht dafür ausgerichtet, dass etwas "von Außen" hineinkommt. Haben beide Beteiligten Lust und das Bedürfnis nach Analverkehr, dann braucht es besondere Vorsicht und Zärtlichkeit beim Einführen. Der Muskel braucht viel Zeit, um sich an die Größe des Penis oder Finger anzupassen. Das Einführen darf nur ganz langsam und äußerst vorsichtig geschehen, da sonst die Gefahr besteht, dass es schmerzhaft ist, und es zu Verletzungen kommt. Es besteht auch die Möglichkeit, zunächst mit dem Finger den Bereich rund um den After mit Berührungen zu liebkosen und nur mit einem Finger einzudringen. Vielen reicht das schon und alles darüber hinaus wird als unangenehm erlebt.
  • Vor dem Analverkehr sollte auch immer der Darm leer sein, das bedeutet, man sollte zuvor "groß" auf die Toilette gehen. Manche spülen auch den Darm davor. Auch hier sind die Bedürfnisse komplett unterschiedlich.
  • Nach dem Analverkehr darf der Penis oder auch der Finger nicht direkt woanders eingeführt werden, da es sonst durch die Darmkeime zu Infektionen kommen kann. Benutzt man ein Kondom, so kann dieses schnell gewechselt werden und wenn man mag der Penis mit der Hand oder dem Mund weiter liebkost werden. Er kann dann auch von einer Vagina aufgenommen werden. Der Penis muss auf jeden Fall gewaschen werden bzw. das Kondom gewechselt.

 

Kann man von Analsex schwanger werden?

Schwanger werden kann man nur dann, wenn Samenzellen in die Vagina gelangen. Wenn ein Penis über den After aufgenommen wird, kann man nicht schwanger werden. Allerdings kann der Schließmuskel, durch die Dehnung beim Analverkehr, das Auslaufen der Samenflüssigkeit nicht verhindern. Wenn Samenflüssigkeit bei Personen mit einer Vagina direkt nach dem Analverkehr in eben diese gelangt, ist eine Schwangerschaft nicht auszuschließen.

Generell ist es trotzdem wichtig, egal in welcher Personenkonstellation und völlig unabhängig von der Verhütung, beim Analverkehr ein Kondom zu verwenden. Denn es entstehen meist kleine, feine Risse in der Schleimhaut und dadurch ist das Übertragungsrisiko von sexuell übertragbaren Krankheiten hoch!

 

Stellung

Es gibt beim Analverkehr keine bestimmte Stellung, die sein soll oder muss. Es geht darum, eine Stellung zu wählen, in der sich beide wohlfühlen und in welcher der Analbereich möglichst entspannt ist.

 

Alle wollen das?!?

Manchmal entsteht, z. B. durch pornografische Inhalte, der Eindruck, dass jeder Mensch, jede x-beliebige Sexualpraktik gut findet und man auf jeden Fall alles ausprobieren muss, um "gut im Bett" zu sein. Gerade auch homosexuellen Männern wird unterstellt, in jedem Fall Analverkehr haben zu wollen.
Es wird oft gedacht, dass er auf jeden Fall dazu gehört; oder wenn einem etwas nicht gefällt, dann muss man etwas falsch gemacht haben bzw. wenn man es gar nicht erst ausprobieren will, stimmt irgendetwas nicht mit einem. Dabei ist es völlig normal, etwas nicht zu mögen!

Gerade auch das, was in Pornofilmen gezeigt wird, soll erregen und macht es oft auch, allerdings hat es mit real gelebter Sexualität meist nur sehr wenig zu tun. Welche Unterschiede es gibt, kannst du hier nachlesen:

Kein Stress

Ob Stimulierungen im Analbereich für einen angenehm oder tabu sind, bestimmt Jeder und Jede für sich selbst völlig unabhängig von der sexuellen Orientierung und dem Geschlecht, dem man sich zuordnet. Wie auch immer man das sehen mag, klar ist, dass Analverkehr eine Praktik ist, die schon einiges an Übung in der Sexualität voraussetzt, um sich nicht selbst bzw. den*die Partner*in zu verletzen.

Machs mit Konsens

Und Konsens ist ohnehin Grundvoraussetzung für jede Form von Sexualität und ist auch ganz einfach: Niemand hat das Recht, eine*n anderen auf sexuelle Weise zu berühren oder auch zu kontaktieren, wenn er*sie das nicht möchte. Frag einfach nach! Kostet zwar Mut, schafft aber Klarheit. Soll ich hier weitermachen? Wie fühlt sich das für dich an? Ich würde gerne mal "..." ausprobieren, wie stehst du dazu?

Hab Spaß mit Konsens und dem Respekt vor deinen Grenzen!

 

Folge uns

Schnell über aktuelle Kettenbriefe & Abzock-Fallen informiert sein, die 147 Rat auf Draht BeraterInnen besser kennen lernen - Aktuelle Tipps & Infos von uns findest du auf unseren Social Media Kanälen: