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Pornografie vs. Realität

Eine Studie des Instituts für Sexualpädagogik hat festgestellt, dass 50% der Burschen und jedes 10te Mädchen, ihre sexuellen Informationen aus Pornofilmen beziehen. Hier erfährst du, wie viel Pornografie mit Realität zu tun hat.

Definition Pornografie

Pornografie ist die direkte Darstellung des Sexualaktes mit dem Ziel, den Betrachter sexuell zu erregen. Dabei werden fast ausschließlich die Geschlechtsorgane in ihrer sexuellen Aktivität gezeigt. Vereinfacht ausgedrückt, geht es in der Pornografie nahezu ausschließlich um das direkte Zeigen von Geschlechtsorganen und sexuellen Handlungen. Zwischenmenschliche Aspekte - wie z.B. Erotik, Gefühle, Sinnlichkeit, Verführung, Ästhetik,... und vieles mehr - werden in der Pornografie ausgeklammert. Darstellungsformen der Pornografie sind hauptsächlich pornografische Schriften, Tonträger, Bilder und Filme.

 

Sexualität - die Realität

Sexualität in der Wirklichkeit, so wie sie von Burschen, Mädchen, Männern und Frauen tatsächlich gelebt wird, hat meist kaum etwas mit der Sexualität zu tun, die in Pornos gezeigt wird. Das wird schon deutlich, wenn du folgendes bedenkst: In der Realität geht es nicht darum, jemand anderen, mit dem was man tut, zu erregen, sondern es geht darum, die eigenen und die Bedürfnisse des Sexualpartners/der Sexualpartnerin zu erfüllen. Schon aus diesem einen Grund heraus, ist es klar, dass Pornos nicht viel mit der eigentlichen Sexualität zu tun haben, da sie eben aus anderen Motiven gemacht werden. Wir haben für dich einige der wesentlichen Unterschiede zusammengefasst:

 

Unterschied - Männerkörper

Die Körper der Darsteller entsprechen nicht wirklich der Realität. Bei Männern z.B. liegt die durchschnittliche Größe eines errigierten (also steifen) Penis zwischen 12 und 18 cm. In der Pornografie allerdings haben die meisten Darsteller ein größeres Glied, was allerdings die Ausnahme ist. Sehr oft werden die Geschlechtsteile auch mit Hilfe von Tricks vergrößert (z.B. werden große Penisse erst danach in den Film hineinmontiert bzw. bei Bildern mit speziellen Programmen vergrößert). Manche Darsteller haben auch tatsächlich so große Penisse, doch das sind Ausnahmen und entspricht sicher nicht einem durchschnittlichen Mann.

 

Unterschied - Frauenkörper

Auch der Busen der Darstellerinnen entspricht meist nicht der Realität, da viele besonders große, feste und vor allem perfekt geformte Brüste haben. Viele davon sind aber künstlich. Es ist nämlich nicht normal, dass der Busen sich nicht bewegt, wenn man sich auf den Rücken legt. Normalerweise "rutscht" die Brust ein wenig zur Seite. Auch die Genitalien der Frauen sind oft verändert dargestellt und entsprechen nicht der Realität.

 

Unterschied - sexuelle Praktiken

Bei Pornofilmen werden sehr viele Praktiken gezeigt, die für viele Personen zwar in der Fantasie reizvoll sind und sie sexuell erregen, sie in der Realität aber nicht ausprobieren möchten. Einige der gezeigten Praktiken stoßen auch viele Männer und Frauen generell ab.
Es entsteht bei Pornofilmen auch oft der Eindruck, dass man in der Sexualität im Bett wahre Kunststücke vollbringen muss. In der Realität geht es aber darum, dass man einfach die gemeinsame Intimität genießt. Man muss nicht ständig die Stellung wechseln und irgendwelche "Kunststücke" vollbringen. Zusätzlich ist immer nur das okay, was beide, die miteinander Sex haben, auch wollen.

 

Unterschied - Frauenbild

In Pornos werden Frauen oft als Objekte dargestellt, die tun müssen, was die Männer von ihnen verlangen. Tatsächlich ist es aber so, dass klarerweise beide bestimmen, was okay ist. Die Bedürfnisse der Frauen und Mädchen sind natürlich genauso wichtig, wie die Bedürfnisse der Männer und Burschen. Würde einer der beiden, die miteinander Sex haben, den anderen zu etwas zwingen, was dieser nicht möchte, so ist dies eine Straftat!
Wichtig in der Sexualität ist, dass du dir immer überlegst, was du gerne möchtest und auch nur das zulässt!

Auch die Art und Weise in der die Selbstbefriedigung und auch die Erregbarkeit von Frauen gezeigt wird, ist mehr als unrealistisch.

 

Unterschied - Männerbild

Männer ín Pornos haben immer einen steifen Penis, wollen ständig Sex haben, können ewig lange Sex haben und haben auch nur Sex im Kopf. Tatsächlich ist es aber so, dass natürlich auch Männer oft keine Lust auf Sex haben. Zusätzlich ist es nicht normal, dass der Penis so lange steif bleibt und der Geschlechtsverkehr so lange möglich ist. Also kein Grund, dir Sorgen zu machen, wenn dein Penis kleiner ist bzw. sich anders verhält, als du es vielleicht in einem solchen Film gesehen hast.

Tipp

Aus Pornofilmen lernen?

Woher du deine Informationen über Sexualität beziehst, bleibt natürlich dir selbst überlassen. Klar ist aber, wenn du etwas Realistisches über die Sexualität wissen möchtest, um z.B. auf dein erstes Mal besser vorbereitet zu sein, dann bist du bei Pornos an der falschen Adresse. Denn Pornos sind keine Dokumentarfilme sondern eher vergleichbar mit Spielfilmen bzw. Fantasyfilmen. Und da glaubst du doch auch nicht dran, dass die Mordopfer tatsächlich umgebracht werden, oder jede Liebesbeziehung gut ausgeht, oder? Genauso unrealistisch ist es, zu glauben, dass Pornofilme wahre Sexualität zeigen. Viele glauben danach sogar, dass bei ihnen etwas nicht in Ordnung sei oder haben Angst nicht gut genug im Bett zu sein. Solange du aber über körperliche Zärtlichkeiten deinem Sexpartner/deiner Sexpartnerin zeigst, wie sehr du ihn/sie magst, kann kaum etwas schief gehen!

  • "Sex we can" - Video Folge 3/3
    Cool gemachtes Aufklärungsvideo von der Stadt Wien, unter anderem zur Frage, ob man aus Pornofilmen tatsächlich was lernen kann.

 

Pornografie und das Gesetz

Es ist verboten, pornografisches Material an unter 16-Jährige abzugeben oder es ihnen zu zeigen, zu überlassen oder zugänglich zu machen. Kinder und Jugendliche sollen dadurch davor geschützt werden, vor dem 16. Lebensjahr mit pornografischen Darstellungen in Kontakt zu kommen. Das ist nach dem "Pornografiegesetz" geregelt. Auch das Jugendschutzgesetz, das in jedem Bundesland ein wenig unterschiedlich ist, regelt das Zugänglich-Machen von pornografischen Inhalten. Nach Jugendschutzgesetz dürfen in den meisten Bundesländern keine pornografischen Materialien an unter 18-Jährige weitergegeben werden.

Auch als Jugendlicher kannst du mit dem Gesetz in Konflikt kommen. Z.B. wenn du pornografische Bilder oder Filme, die du auf dem Handy oder deinem Computer heruntergeladen hast, an Freunde weitergibst oder Freunden zeigst, die noch nicht 16 bzw. 18 Jahre alt sind. Das Gesetz gilt auch dann, wenn du selber noch nicht 16 Jahre alt bist. Ab deinem 14. Geburtstag bist du strafmündig!

Auch spielt es keine Rolle, ob diese Bilder oder Filme als MMS oder als Anhang einer E-Mail verschickt, auf einem Datenträger weitergegeben, als Bild ausgedruckt und verschenkt oder auf einem Smartphone, Laptop oder PC vorgeführt werden.

Gerade auch beim Verschicken von Nacktbildern gilt es sehr vorsichtig zu sein. Mehr dazu findest du in unserem Artikel über Kinderpornografie:

  • Nacktbilder
    Jugendliche machen sich aufgrund der aktuellen Gesetzeslage sehr schnell strafbar. Wann, kannst du hier nachlesen!

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