Ein Mädchen liegt im Bett und hält ein Kissen über ihren Kopf

Wenn Mädchen Schmerzen beim Geschlechts­verkehr haben

Aus verschiedenen Gründen können Mädchen Schmerzen beim Geschlechtsverkehr empfinden. Hier wollen wir euch mögliche Ursachen dafür erklären und euch Tipps geben, was ihr dagegen tun könnt.

Tut das erste Mal weh?

Viele Mädchen sehen dem ersten Mal mit gemischten Gefühlen entgegen, da sie Angst haben, dass es weh tun könnte, sollte das Jungfernhäutchen (=Hymen) reißen. Das Jungfernhäutchen liegt am Scheideneingang und hat im Normalfall eine Öffnung. Wie es genau aussieht und beschaffen ist, ist von Mädchen zu Mädchen völlig unterschiedlich.
Denn das Jungfernhäutchen ist beim Embryo zunächst noch ganz verschlossen und öffnet bzw. bildet sich erst im Verlauf der weiteren Organentwicklung zurück. Es wird zudem auch elastischer und dünner. Wie sich das Jungfernhäutchen verändert ist sehr unterschiedlich, weshalb die Stärke des Hymens, die Größe seiner Öffnung, die Elastizität etc. von Mädchen zu Mädchen sehr unterschiedlich ist. Bei etwa der Hälfte der Mädchen ist es so, dass sich das Jungfernhäutchen bis zur Pubertät fast gänzlich zurück bildet, dass es nur mehr als "kleiner Rest" kreisförmig, etwa vorstellbar als eine Art "Ring", knapp an der Scheidenwand, vorhanden ist.

Das Hymen kann etwa beim Sport (z. B. beim Reiten), durch das Einführen von Tampons oder auch bei der Selbstbefriedigung einreißen bzw. gedehnt werden. Man kann durch das "Aussehen" des Jungfernhäutchens also nicht feststellen, ob ein Mädchen bereits Geschlechtsverkehr hatte oder nicht, da Risse verschiedenste Ursachen haben können, Geschlechtsverkehr ist nur eine Möglichkeit unter vielen.

Ob das Hymen also beim ersten Mal überhaupt reißt (was nur bei etwa der Hälfte der Mädchen passiert!), hängt also auch von seiner Beschaffenheit ab. Es kann also sein, dass du eine Art kurzes Stechen spürst, das aber schnell wieder nachlässt.

Ebenso kann übertriebene Eile, wenn es ums erste Mal geht, dazu führen, dass du Schmerzen empfindest. Der Körper reagiert sehr sensibel auf deine Empfindungen. Wenn du noch große Angst hast oder eigentlich noch gar keine Lust dazu hast, reagiert dein Körper darauf und zeigt, dass er noch nicht bereit ist. Es kann dann z.B. sein, dass sich die Scheidenmuskulatur zusammen zieht und das Eindringen des Penis deshalb schmerzt oder gar nicht möglich ist. Auch, wenn du vor dem Eindringen des Penis noch nicht richtig erregt bist, kann es weh tun, da die Scheide dann noch nicht feucht ist.

Deshalb ist es wichtig, dass du mit dem ersten Mal so lange wartest, bis du es wirklich genau in dem Moment auch möchtest. Ein Partner/eine Partnerin der/die dich wirklich lieb hat, möchte auch, dass du nichts überstürzt und wartet den Moment ab, in dem ihr beide Lust habt!

 

Was, wenn es mir nicht gefällt?

Findest du es nicht schön und angenehm, dann sag das einfach. Hast du Schmerzen, dann hört sofort auf. Sex soll Spaß machen und sich angenehm anfühlen. Ist es nicht so, dann war der Zeitpunkt vielleicht noch nicht der Richtige und dann ist es wichtig aufzuhören. Nehmt euch in den Arm und streichelt euch einfach. Für ein nächstes Mal ist immer Zeit.

Tipp

Ein schmerzfreies erstes Mal

Das Wichtigste dabei ist, dass du dich selbst schon bereit dazu fühlst. Dabei geht es sowohl darum, dass du generell schon Geschlechtsverkehr haben möchtest, wirklich Lust darauf hast deinem Partner/deiner Partnerin so nah zu sein, aber auch, dass du in dem bestimmten Moment dann bereit bist. Dein Körper zeigt dir seine Bereitschaft auch. Viele Mädchen beschreiben das Gefühl mit einer Art Kribbeln im Intimbereich. Rein körperlich wird die Scheide feucht, öffnet sich ein wenig und die Gebärmutter zieht sich ein bisschen zurück. Dein Körper macht sich quasi bereit, den Penis in sich aufzunehmen. Achte auf die Signale deines Körpers und nimm sie ernst!

Angst und Sorgen können auch Schmerzen verursachen. Versuche dich möglichst zu entspannen. Dazu gehört auch, dass ihr schon im Vorhinein für eine sichere Verhütung sorgt, um euch nicht währenddessen darüber Gedanken machen zu müssen.

Wesentlich ist auch, dass deine Scheide, wenn ein Bursch in dich eindringt, bereits feucht ist. Denn wenn nicht, kann es sein, dass der Penis sich schmerzhaft an der Scheidenwand reibt.
Sollte deine Scheide trotz Erregung nicht sehr feucht werden, könnt ihr euch mit Speichel und Gleitgel behelfen, um den Penis bzw. die Scheide anzufeuchten.

Um sich ein wenig an das Gefühl des Eindringens heranzutasten, kannst du bei der Selbstbefriedigung oder auch dein Freund beim Petting mit dem Finger in die Scheide eindringen.

Nicht feucht genug

Nicht nur beim ersten Mal kann (muss aber nicht!) das Eindringen des Penis als unangenehm empfunden werden. Generell ist die Frau meist nicht so schnell erregt, wie der Mann, weshalb es dazu kommen kann, dass der Penis in die Scheide eingeführt wird, bevor diese dazu bereit ist. Ein Vorspiel, bei dem dein Freund z.B. deine Klitoris stimuliert, ihr knutscht und nackt kuschelt, kann dem Abhilfe leisten. Lasst euch ruhig Zeit, bevor ihr Geschlechtsverkehr habt.

 

Ist meine Scheide zu eng?

Die Scheide ist eine Art elastischer Schlauch. Sie ist so dehnbar, dass bei der Geburt sogar ein Kind hindurch passt. Hast du das Gefühl, dass deine Scheide zu eng ist und der Penis deines Partners nicht hineinpasst, liegt es an der Muskulatur, die die Scheide umgibt. Diese kann sich zusammenziehen, wenn du aus irgendeinem Grund nicht bereit zum Geschlechtsverkehr bist.

 

Angst

Ängste, Nervosität, Angespanntheit, Stress oder Unsicherheit bezüglich der eigenen Sexualität können dabei eine Rolle spielen. In dem Fall ist es wichtig, dass du eine Vertrauensbasis zu deinem Partner aufbaust. Dies kannst du dadurch erreichen, dass du ihn besser kennenlernst, ihr viel redet und auch eure Körper kennenlernt, ohne miteinander zu schlafen.
Auch das Thema Verhütung ist wichtig! Hast du Angst schwanger zu werden, kannst du dich nicht richtig entspannen.
Deine eigene Sexualität kannst du bei der Selbstbefriedigung erforschen.

 

Penis als Ursache für Schmerzen

Die Form des Penis kann Schmerzen hervorrufen. Ist der Penis lang, kann er an den Gebärmuttermund stoßen, was häufig schmerzhaft ist. Um das zu verhindern, kann der Penis weniger tief eingeführt werden. Eine Möglichkeit ist, dass man eine Stellung wählt, bei der das Mädchen die Tiefe des Eindringes bestimmen kann, z.B. wenn der Bursch am Rücken liegt und das Mädchen auf ihm "drauf sitzt".
Ein breiterer Penis kann stärker als ein dünnerer Penis an der Scheidenwand reiben und so Schmerzen auslösen. Verhindern kann man das vor allem durch Feuchtigkeit in der Scheide, da der Penis dann besser gleiten kann. Speichel und Gleitgel bieten dabei Hilfe.

 

Sexuell übertragbare Krankheiten

Verschiedene Geschlechtskrankheiten können dazu führen, dass du Schmerzen beim Sex hast. Brennende und schneidende Schmerzen können z.B. von einer Scheiden- oder Harnwegsentzündung herrühren. Hattest du nie Schmerzen beim Geschlechtsverkehr und treten diese plötzlich auf, kann dies ein Hinweis dafür sein, dass du eine Geschlechtskrankheit, einen Pilz oder auch eine Infektion hast.
Hast du den Verdacht dass etwas nicht in Ordnung ist, solltest du umgehend zum Haut- oder Frauenarzt gehen, um dich behandeln zu lassen. Eine Behandlung deines Partners ist manchmal ebenso erforderlich.

 

Vaginismus

Vaginismus ist ein Abwehrreflex gegenüber Geschlechtsverkehr und Berührungen der Scheide. Die Ursachen sind meist seelischer Natur. Das Berühren der Scheide führt dabei zu einem krampfhaften Zusammenziehen der Scheidenmuskulatur, das ein Eindringen des Penis unmöglich macht.
Die Ursachen können an einer Erziehung, die Sex als etwas Schmutziges verurteilt, in Missbrauchserfahrungen, einer inneren Ablehnung des Partners oder in Angst vor Verletzungen durch Schmerzen beim Sex liegen.
In diesem Fall sollte man einen Frauenarzt, möglicherweise auch einen Psychologen oder Therapeuten, konsultieren.

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