Eine junge Hand hält eine alte Hand.
CC0 / Pixabay PublicDomainPictures (bearbeitet)

Pflegst du jemanden?

Mehr als 42.000 Kinder und Jugendliche in Österreich pflegen Angehörige. Jemanden zu pflegen, beeinflusst das eigene Leben massiv. Hier findest du Tipps für dich.
 

Betroffene

3,5 % der österreichischen Kinder und Jugendlichen kümmern sich um kranke/bedürftige Familienmitglieder. Das sind mehr als 42.000. Das durchschnittliche Alter liegt bei 12,5 Jahren, ganze 70 % davon sind Mädchen. Die Pflege nimmt nicht selten fünf oder mehr Stunden am Tag ein. Du siehst, du bist nicht allein!

 

Überforderung

Viele Jugendliche melden sich bei uns, weil sie sich überfordert fühlen. Das ist nur allzu verständlich. Denn ein Familienmitglied zu pflegen, ist eine außerordentliche Herausforderung, für jeden, egal ob erwachsen oder jugendlich. Gerade als Kind oder Jugendlicher hat man selbst so viel mit der eigenen Entwicklung zu tun, dass eine derartige zusätzliche Aufgabe massiv belastet.

Man braucht in dieser Zeit selbst die Unterstützung der Familie. Wenn man allerdings jemand anderen pflegt, fällt diese Unterstützung meist aus und es kommen viele Aufgaben dazu, die Jugendliche dann übernehmen. Viele erledigen den Haushalt nahezu alleine, kümmern sich um ihre Geschwister, pflegen die erkrankte Person selbst etc.

 

Superschwierige Situation!

Nicht nur, dass die familiäre Unterstützung wegfällt und viele Aufgaben übernommen werden, auch einer massiven psychischen Belastung ist man in so einer Situation ausgesetzt. Viele trauen sich mit ihren eigenen Problemen nicht mehr an die erwachsenen Vertrauenspersonen heran zu treten, aus Angst, sie noch zusätzlich zu belasten. Auch Schuldgefühle kommen häufig vor. Das Gefühl, selbst nicht mehr glücklich sein zu dürfen, weil in der Familie z. B. jemand krank ist.

Viele erzählen, dass sie keine Zeit mehr haben, sich mit Freunden zu treffen, einfach einmal unbeschwert zu sein, Sport zu treiben etc. Häufig fehlt auch die Zeit bzw. die Kraft zum Lernen. Die Leistungen in der Schule leiden oft sehr darunter.


Du hast ein Recht auf deine Bedürfnisse


Es ist wirklich toll, dass dir die Menschen in deinem Umfeld nicht egal sind und dass du für andere da sein möchtest. Es ist eine unglaubliche Leistung und zeigt, wie viel Herz du hast. Es fühlt sich auch toll an, zu spüren, dass man gebraucht wird.

Allerdings ist es wichtig, dass du darüber hinaus nicht auf dich selbst vergisst. Es ist durchaus möglich, dass du bei der Pflege mithilfst, es ist aber nicht möglich, dass du alleine die Verantwortung übernimmst. Das ist für Jeden und Jede überfordernd! Es ist wichtig, dass du auf deine Bedürfnisse achtest und dass du auf dein Wohlbefinden nicht vergisst!
 

  • Egal, was auch immer Schlimmes deine Familie belastet. Du darfst und musst weiterhin auch einfach Kind bzw. Jugendlicher sein dürfen!
  • Es ist okay, schöne und fröhliche Momente zu erleben, auch wenn nicht alles rund herum optimal ist.
  • Du brauchst jemanden, an den du dich anlehnen kannst, der für dich da ist.
  • Du musst genug Zeit haben, um dich um die Schule kümmern zu können.
  • Du brauchst Zeit, die du ganz alleine für dich gestalten kannst, in der du einfach einmal abschalten kannst.
  • Es ist okay und vor allem wichtig, dass du ehrlich sagst, was dir zu viel ist und was du brauchst!
 

Meist ohne Hilfe

Viele Kinder und Jugendlichen, die Familienangehörige pflegen, machen das ganz ohne Unterstützung von Freunden oder Familie. Dabei ist es so wichtig, dass man auch selbst Unterstützung bekommt. Denn es ist eine unglaubliche Herausforderung und auch Belastung jemanden zu pflegen! Umso wichtiger ist es, auf sich selbst zu achten und sich Unterstützung zu holen.

 

Hol' dir Unterstützung!


Überlege, welche Personen gibt es in deinem Umfeld? Welcher Erwachsene könnte für dich eine Ansprechperson sein? Wer kann für dich da sein? Wem kannst du deine Probleme anvertrauen? Wer kann für dich ein Gespräch mit deinen Eltern führen? Trau dich ruhig und sprich mit einer Person der du vertraust über das, was du erlebst und fühlst. Sprich ehrlich aus, was dich belastet, was dich vielleicht auch überfordert. Sage ehrlich, welche Unterstützung du brauchen würdest. Das ist vollkommen in Ordnung und nicht nur das, es ist sogar unglaublich wichtig!

Auch wir sind jederzeit für dich da. Du kannst uns rund um die Uhr erreichen, anonym und kostenlos unter der Telefonnummer 147.

Es gibt auch Organisationen die dich bei der Pflege unterstützen können. Gemeinsam können wir eine Lösung finden. Wir können, natürlich nur, wenn du das möchtest, den ersten Kontakt zu diesen Einrichtungen gemeinsam mit dir aufnehmen! Du bist nicht alleine!

 

 

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