Drei symbolische Menschen, aus englischen Begriffen gebildet (wie etwa Emotion, Feeling etc.), die miteinander diskutieren.
CC0 / Pixabay johnhain (bearbeitet)

So argumentierst du richtig

Egal, ob du mehr Taschengeld brauchst, länger ausgehen willst, neue Kleidung benötigst oder einfach nur deine Meinung vertreten willst, brauchst du Argumente. Hier kannst du nachlesen, wie du gut argumentierst.
 

Was ist ein Argument?

Ein Argument ist eine Aussage, mit dem du jemanden von der Richtigkeit oder Falschheit einer Meinung oder Behauptung überzeugen kannst. Es besteht aus einer Meinung und einer Begründung.

Ein Beispiel: Du hast die Meinung, dass du neue Kleidung brauchst. Eine Begründung könnte lauten, dass du keine Winterjacke hast, die dir passt, es aber kalt ist und du dich ohne Jacke draußen verkühlen würdest.

 

Argumente überlegen

Möchtest du mit jemandem reden und dabei eine klare Meinung vertreten, ist es am besten, wenn du dir schon zuvor Argumente überlegst. Im Eifer des Gefechts vergisst man leicht wichtige Punkte, verzettelt sich und ärgert sich danach, warum man nicht dies oder das erwiderte.

Überlege dir genau, was du in einem Gespräch erreichen möchtest und suche nach Begründungen, die es deinem Gegenüber ermöglichen, dich zu verstehen.

 

Gegenargumente

Oft werden auf deine Argumente Gegenargumente, von der Person mit der du sprichst, folgen. Versuche schon im Vorfeld darüber nachzudenken, welche Begründungen dein Gegenüber vorbringen könnte, um deine Argumente zu entkräften.

In dem Beispiel mit der neuen Winterjacke könnte ein Gegenargument lauten, dass du noch die Jacke vom Vorjahr tragen könntest. In diesem Fall könntest du sagen, dass diese zu klein ist, du dich daher darin nicht gut bewegen kannst und Arme und Hüften der Kälte ausgesetzt wären.

 

Wer hat nun Recht?

Auch im Laufe eines Gesprächs kann es gut sein, dass du draufkommst, dass dein Gesprächspartner vielleicht gar nicht Unrecht hat und gute Argumente vorbringt. Lasse ihn/sie aussprechen und höre dir an, was er/sie zu sagen hat. Nur so kannst du etwas entgegnen, dass das Argument des Gegenübers entkräftet.

Beispiel: Deine Eltern sagen, dass du doch einen Schianzug hast und den Anorak als Winterjacke tragen könntest. Damit haben sie freilich Recht, doch vielleicht gefällt dir der Anorak nicht so gut, dass du ihn immer tragen willst. Du könntest vorschlagen, wenn es sehr kalt ist, den Anorak zu tragen, aber auch eine Jacke zu kaufen, die ein entfernbares Futter hat, so dass du sie auch im Frühjahr und Herbst tragen könntest, wodurch du da keine neue Jacke bräuchtest.

 

Auch ein Kompromiss ist ein Erfolg

Stoßen zwei Meinungen aufeinander, gibt es manchmal nicht nur eine richtige Ansicht und beide haben Recht.

Im vorigen Beispiel wäre die Übergangsjacke, die du auch im Herbst und Frühjahr tragen kannst, der Kompromiss.

Ein anderes Beispiel wäre, dass ihr darüber diskutiert, ob die Farbe petrol eher blau ist oder grün. Da beide in gewissem Maße Recht und auch Unrecht hätten, könnte man sich darauf einigen, dass es eine Mischfarbe ist.

 

Verständnis zeigen

Auch wenn du stichhaltige Argumente vorbringst, kann es vorkommen, dass du nicht zum Ziel kommst.

Nochmals zu unserem Winterjackenbeispiel: Deine Eltern könnten sagen, dass sie im Moment einfach kein Geld haben, um eine neue Jacke zu kaufen. In diesem Fall hat es keinen Sinn sie unter Druck zu setzen. Zeige Verständnis für ihre Lage und versuche mit ihnen darüber zu reden, wo ihr sparen könntet, damit du die Jacke, die du brauchst, doch noch kaufen könntest.

Ein weiteres typisches Beispiel wäre die Diskussion darüber, ob du abends länger ausbleiben darfst. Viele Eltern können kaum schlafen, wenn ihre Kinder nachts unterwegs sind und haben Sorge um sie. Zeige deinen Eltern, dass du Verständnis für ihre Sorge hast und sage ihnen, dass es dir wohl ebenso ginge. Nur wer Verständnis zeigt, kann auch welches bekommen. Ein Kompromiss wäre, dass du zwar weggehst, aber zu einer gewissen Uhrzeit nach Hause kommst und am Handy erreichbar bist.

 

Unwahrheiten

Stößt du in einem Gespräch auf Gegenargumente, die nicht wahr sind, weise gleich darauf hin, da sonst die Diskussion in eine völlig falsche Richtung läuft.

 

Nicht vom Thema abkommen

Leicht passiert es, dass man in einer hitzigen Diskussion vom Hundertsten ins Tausendste kommt und völlig den Faden verliert. Behalte also dein Thema vor Augen und führe das Gespräch immer wieder darauf zurück.

 
Comic illustriert verschiedene Möglichkeiten in der Diskussion.
 
Foto © "theArgument" von Tony Dowler unter creative commons Lizenz

Attacke?!

Es kann schon sein, dass es in einer Argumentation dazu kommt, dass du quasi angegriffen wirst, anstatt, dass ihr beim Thema bleibt. Darauf mit einem Gegenangriff zu reagieren, wäre völlig verkehrt und führt zu nichts.

Das Winterjackenbeispiel: Vielleicht sagen deine Eltern, dass du undankbar bist und gerade erst ein Handy bekommen hast und daher keine Jacke bekommst. Greife dann nicht deine Eltern an, indem du sagst, dass sie in einem teuren Restaurant waren, oder ein neues Auto gekauft haben, sondern sage, dass das stimmt, du nun aber wirklich eine Jacke brauchst und das Handy daran nichts ändert.

 

Fehler zugeben können

Argumente sind keine Lügen. Man kann sich auch einmal irren, wenn man seine Meinung vertritt und begründet. Erkennst du aber einen Irrtum, zeugt es von Größe, wenn du diesen auch zugibst.

 


Es ist nicht leicht eine Argumentation zu führen und oft hilft es, sich auch Tipps von einem Außenstehenden zu holen. Fällt es dir schwer, dir Argumente zu überlegen, kannst du in deinem Freundeskreis mal nach deren Argumenten fragen oder auch mit uns eine Argumentation durchspielen.

 

 

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