Maedchen schaut auf ihr Smartphone, auf dem ganzen Bild sind Herzen verteilt.
CC0 / Pixabay Jedidja / vivid_art (bearbeitet)

LOVOO, Tinder & Co. – Flirten per App

Kennenlernen per App, nichts leichter als das. Wie es funktioniert und was es zu beachten gilt, findest du hier.
Leute kennenzulernen läuft für viele über Apps. Dadurch ergibt sich die Möglichkeit, relativ unkompliziert und in kurzer Zeit mit vielen Personen in Kontakt zu kommen. Gerade wenn man an Orten wohnt, wo die Auswahl an Jungs bzw. Mädchen im passenden Alter nicht so groß ist oder man schüchtener ist, können Dating-Apps unterstützen.
Ein weiterer Vorteil kann sein, dass man im eigenen Profil bzw. bei der Suche nach Leuten angeben kann, für welches Geschlecht man sich interessiert. Hilfreich kann es sein, zu bedenken, dass nicht alle NutzerInnen dieser Apps tatsächlich eine/n ParnterIn suchen. Es kann durchaus sein, dass es bei den Kontaktaufnahmen bzw. Verabredungen mehr um Sex geht oder jemand herausfinden will, wie viele Menschen sich für sie/ihn interessieren, ohne dass die Personen mehr Kontakt haben wollen. Das war bei unseren Tests, sogar mehrheitlich so. Allerdings kennen auch wir durchaus Paare, die sich über Dating Apps gefunden haben.

Bedenke: Auch FreundInnen von dir nützen vielleicht diverse Apps. Durch die häufig gemeinsamen Interessen und die örtliche Nähe, ist es durchaus wahrscheinlich, dass ihr euch dann gegenseitig vorgeschlagen werdet. Manche finden gerade das super, andere wollen das gar nicht.

Bekannte Apps: LOVOO und Tinder

LOVOO: Um hier spielerisch neue Leute kennenzulernen, gibt es das "Match-Spiel". Es werden Profilbilder anderer NutzerInnen angezeigt, die man selbst durch "Wischbewegungen" bewertet. Gefällt einem die Person, wischt man nach rechts oder drückt das Herz-Symbol, im gegenteiligen Fall wischt man nach links oder drückt das X. Die Person wird nicht darüber informiert, dass sie ein "X" erhalten hat.
Bewerten sich zwei NutzerInnen mit einem Herz bzw. einem "Wischer nach rechts", haben sie ein "Match" und können direkt miteinander chatten. Auch ohne "Match-Spiel" kann man Nachrichten an Personen versenden. Bei LOVOO sieht man, wer das eigene Profil besucht hat. Es gibt auch eine Suchfunktion, mittels derer man nach Hashtags, bestimmten Namen oder anderen Begriffen suchen kann. Es kann nicht nach NutzerInnen unter 18 Jahren gesucht werden, damit diese unter sich bleiben können. Dies dient auch dem Schutz vor Cyber-Grooming. Infos dazu findest du weiter unten beim Absatz über Fake-Profile.

Tinder: Auch bei dieser App werden Fotos positiv (like / right swipe) bzw. negativ (nope / left swipe) bewertet, ebenso werden die NutzerInnen nicht über die "Nopes" informiert. Zum Chatten braucht es auch in dieser App ein "Match", also eine übereinstimmende positive Beurteilung von zwei NutzerInnen. Bei Tinder ist es nicht möglich, einer anderen Person ohne "Match" eine Nachricht zukommen zu lassen. Das hat den Vorteil, dass man nur mit NutzerInnen kommuniziert, die man selber auch attraktiv bzw. sympathisch findet. Jedoch fällt dadurch die Möglichkeit weg, mit jemanden in Kontakt zu kommen, der vom Foto auf den ersten Blick nicht ansprechend ist, durch näheres Kennenlernen aber vielleicht doch sympathisch wäre.

Wie unterscheiden sich die Dating-Apps?

Es gibt eine Vielzahl an Apps, mit denen man neue Leute kennenlernen kann. Einige Unterschiede:

  • Altersbeschränkung: In den AGBs sind bei vielen Apps auch Altersbeschränkungen festgehalten, diese werden aber nicht wirklich kontrolliert. Hierbei geht es eher um einen Richtwert, den die Firma festlegt. 
  • Kosten: Es gibt Apps die du kostenlos nützen kannst, wie etwa Tinder und LOVOO, allerdings gibt es auch hier oft Zusatzfeatures für die man dann doch zahlen muss. Andere sind generell kostenpflichtig, beispielsweise Zoosk. Für die Nutzung der Apps fallen Kosten für die Internetnutzung an, außer man surft im WLAN.
  • Erstellung eines Accounts: Ein Tinder-Account lässt sich nur mit einem Facebook-Profil erstellen. Dieses wird mit Tinder verknüpft. Tinder verwendet Vornamen, Alter, Fotos, die Freundesliste und Interessen vom eigenen Facebook-Account zur Erstellung des Tinder-Profiles. Die Fotos kann man zwar selbst auswählen, jedoch müssen sie im Facebook-Profil vorhanden sein. Bei LOVOO kann man sich mit einer E-Mail Adresse und einem selbstgewählten Passwort oder seinem Facebook-Konto anmelden.
 
 
  • Angaben: Die Dating-Apps benötigen einige Angaben zur eigenen Person bzw. zur / zum gewünschten DatingpartnerIn. Angaben zur eigenen Person sind beispielsweise ein Foto von sich, der eigene Vorname, das eigene Geschlecht und Alter. Angaben zur / zum DatingpartnerIn umfassen etwa das gesuchte Geschlecht und den Altersbereich. In manchen Apps kann man auch einschränken, wie weit entfernt sich die gesuchten Personen befinden dürfen. Leider funktioniert das nicht immer optimal und es werden dann doch auch weiter entferntere Personen angezeigt.
  • Interessen und andere Angaben zur eigenen Person: Diese lassen sich meist optional hinzufügen. Bei Tinder werden mittels der Facebook-Verknüpfung die in Facebook angegebenen Interessen und FreundInnen zur Partnersuche verwendet. Damit können Menschen mit ähnlichen Interessen bzw. gleichen FreundInnen gefunden werden. Empfehlenswert ist es, die Angaben auf Facebook vor einer Tinder-Anmeldung nochmal zu überprüfen, damit man sicher geht, dass nur auch die für Tinder gewollten Angaben in Facebook aufscheinen. Dazu löscht man in seinem Facebook-Profil beispielsweise nicht erwünschte "Gefällt mir-Angaben", etwa bezogen auf Musik oder Filme.
  • Standort: Viele Apps verwenden Informationen über den Standort der NutzerInnen, um Leute in der näheren Umgebung zu finden. Hierfür müssen die Ortungsdienste aktiviert sein. Das hat Vor- und Nachteile. Hier gilt es für dich abzuwägen, ob du das möchtest oder nicht.
 

Was macht den Reiz aus?

Durch die Apps ist es einfacher, schnell und ohne viel Extra-Aufwand eine Menge Leute kennenzulernen. Mit nur wenigen Angaben ist man auch schon angemeldet. Dadurch, dass es Anwendungen sind, ist der Zugriff über das Smartphone quasi jederzeit möglich. Die spielerische Aufbereitung, wie etwa das "Match-Spiel" bedeutet einen zusätzlichen Spaßfaktor. Durch das "Match-System" merkt man, ohne es aussprechen zu müssen, dass sich beide Seiten attraktiv finden. Das kann einen Einstieg ins Gespräch erleichtern.

Worauf gilt es aufzupassen?

Da die Privatsphäre-Einstellungen sehr vielfältig und je nach App unterschiedlich sind, möchten wir uns hier auf ein ausgewähltes Beispiel konzentrieren: Bei LOVOO gibt es die Möglichkeit mittel eines Live-Radars interessante Leute im Umkreis von 150 Metern einzusehen. Klingt super, hat aber auch einen Haken: Denn auch andere Personen können so deinen eigenen Standort relativ genau bestimmen. Diese Standortbestimmung mittels GPS lässt sich jedoch deaktivieren. Wenn du dir mit den diversen Einstellungen unsicher bist, melde dich bei bei uns. Auf unseren Beratungskanälen am Telefon, in der Online oder Chat Beratung stehen wir dir für Fragen zur Verfügung.

 
 

Kostenpflichtige Zusatzfeatures eröffnen mehr Möglichkeiten und sind oftmals reizvoll, allerdings können sie aus einer urspünglich kostenlosen App einen echt teuren Spaß machen. Beispielsweise ist es nach einer Zahlung in Tinder möglich, einen versehentlichen Swipe rückgangig zu machen oder in LOVOO im Ghostmodus unterwegs zu sein. Mit diesem Modus kann man andere Profile ansehen, ohne dort als Besucher angezeigt zu werden.


Überlege dir, welche persönlichen Informationen du preisgeben möchtest und wie schnell. Ganz persönliche Daten, wie etwa die Adresse, solltest du besser nicht weitergeben. Vorsicht ist auch dann geboten, wenn dein/e FlirtpartnerIn sexy Fotos von dir haben möchte. Infos dazu kann du dir in folgenden Artikeln holen.

 

 

So unkompliziert man mit diesen Apps viele Menschen kennenlernen kann, so schnell kann es aber auch nerven, wenn man auf einmal ständig Nachrichten erhält. Wenn das Smartphone keine Ruhe mehr gibt und man dauernd über eine neue Message informiert wird, kann das durchaus auch einmal Stress erzeugen. Man möchte antworten, kann aber vielleicht grade nicht, oder man schaut länger nicht auf sein Handy und hat dann unzählige Nachrichten, die man noch beantworten sollte.
 


Nimm dir Zeit. Es ist ok, nicht immer sofort zu antworten. Du darfst auch etwas anderes zu tun haben oder einfach einmal bewusst nicht reagieren wollen - auch wenn das schwerfällt, weil man das Gefühl hat, dass die anderen sich sofort eine Antwort wünschen. Schließlich gibt es bei jedem mal Situationen, in denen man nicht schreiben kann oder will. Und es kann ja durchaus auch seinen Reiz haben, auf eine Antwort zu warten.
 

Auch in den Dating Apps gibt es Fake-Profile. Mit diesen wird versucht, andere NutzerInnen zu täuschen. Beispiel dafür ist das Profil eines superhübschen und sympathischen 19-Jährigen, hinter dem in Wahrheit ein gar nicht sympathischer 50-Jähriger Mann steckt.
 
 
 

Mit diesen Tricks kannst du etwas genauer hinsehen:


  • Bitte die Person um ein "außergewöhnliches" Foto. Ziel ist, dass die Person dieses mit ziemlicher Sicherheit erst anfertigen muss. Also z. B. ein Selfie mit einem Blatt Papier neben dem Gesicht auf dem #ichbinswirklich steht oder mit einer Tageszeitung in der Hand.
  • Vorsicht ist vor allem in den Apps geboten, bei denen man für Zusatzfeatures zahlen muss. Hier besteht die Gefahr, dass Fake-Profile dazu verwendet werden, einen selbst zum Zahlen zu bringen.
  • Bekommt man relativ schnell eine Nummer zugeschickt, auf der man sich melden soll, kann man diese zuerst auch mal mit Google suchen. Sollte das ein Abzock-Versuch sein, gibt es eventuell schon Einträge dazu in den Ergebnissen der Suchmaschine.

 


Hast du ein Fake-Profil entdeckt oder verhält sich jemand ungut? Es gibt auch in den Dating-Apps die Möglichkeit, NutzerInnen zu melden und zu blockieren bzw. zu sperren. Manchmal ist diese Funktion nicht so leicht zu finden. Suche konkret in einer Suchmaschine danach, z. B. "Lovoo melden", oder kontaktiere uns bei Fragen.
 

Persönliches Treffen

Ihr versteht euch super und wollt euch zum ersten Mal auch persönlich treffen? Kein Problem, allerdings beim ersten Date immer einen öffentlichen und belebten Ort wählen (z. B. Cafe, Einkaufszentrum) und nicht bei dir oder ihr/ihm daheim. So kannst du dir jederzeit Hilfe holen, da du ja in Wahrheit noch nicht wirklich weißt, wer hinter dem Profil steckt bzw. einfach gehen, wenn dir die Person unsympathisch ist. Sinn macht auch, einer Vertrauensperson (Freunde, Eltern etc.) Bescheid zu geben, wo und wann man sich mit der Person trifft, damit jemand informiert ist.

Wir wünschen viel Spaß beim Flirten und Daten :)

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