Jugendliche sitzten mit Handy auf einer Treppe

Auch Internet kann süchtig machen

Dass Rauchen und Trinken abhängig machen kann, ist bekannt. Was viele nicht wissen, dass auch Chatten, im Netz Surfen und Online-Spielen zur Sucht werden kann. Erfahre mehr darüber.

Internet macht Spaß

Für viele von uns ist es ganz normal, viel Zeit vor dem Computer, der Konsole oder mit dem Smartphone zu verbringen. Ein Leben ganz ohne Computer und Internet ist so gut wie nicht vorstellbar. Klar, macht ja auch Spaß, und ohne viel Aufwand kann man mit anderen in Kontakt treten. Noch dazu bietet das Internet jede Menge Informationen. Gerade wenn es im offline Leben so richtig schlecht läuft, können wir uns in eine Online-Welt flüchten. Der Übergang von "normaler" Internetnutzung zur Sucht ist allerdings fließend.

 

Abhängigkeit, wie fühlt sich das an?

Abhängig zu sein, heißt nicht, etwas einfach oft zu tun. Abhängigkeit bedeutet, dass man wirklich fast alle Zeit für das Internet verwendet. Allerdings auch gar nicht mehr unbedingt, weil man das selbst so will und einem das angenehm ist. Es gelingt einfach irgendwann nicht mehr, weniger im Netz zu surfen. Auch wenn man das selbst irgendwie möchte. Wenn man in einer Situation keinen Zugang zum Internet hat, werden Betoffene total unruhig, nervös und auch gereizt. Streit mit der Familie, FreundInnen und auch Probleme in der Schule bzw. der Beziehung werden in Kauf genommen.
 

 

Wie bemerkst du eine Internetabhängigkeit?

Ob es sich bereits um ein Suchtverhalten handelt, kannst du an folgenden Kriterien einschätzen:
 

  • Du verbringst den größten Teil des Tages vor dem Computer und das nicht nur, wenn du gerade ein neues Spiel ausprobierst. Freunde triffst du kaum mehr.
  • Das Verlangen danach, im Internet zu surfen, zu chatten, Online Spiele zu spielen ist extrem stark und steht über anderen Dingen. Die Gedanken drehen sich nur mehr um das Internet, das Chatten, Online Spiele, soziale Netzwerke...
  • Eigentlich weißt du, dass du zu viel Zeit vor dem PC, der Konsole bzw. mit dem Smartphone verbringst, aber du schaffst es einfach nicht abzudrehen. Du musst weiterspielen oder weiter online bleiben.
  • Jeden Tag ein bisschen mehr. Du merkst selbst, dass du immer länger online sein willst. Bald hat der Tag nicht mehr genug Stunden!
  • Wenn du einmal wirklich keine Möglichkeit hast, ins Internet einzusteigen, zeigen sich klassische Entzugserscheinungen, wie z.B. Unruhe, Nervosität, Unzufriedenheit, Gereiztheit, Aggressivität, etc.. Beobachte dich einmal, was in dir vorgeht, wenn du dein Handy zu Hause liegen gelassen hast. Wie gehts dir dann?
  • Wenn es einem schlecht geht, klickt man sich ins Netz. Das Internet ist sozusagen ein "Seelentröster".
  • Wenn man gerade keinen Zugang zum Internet hat, wird man nervös, unruhig und hat ständig Angst etwas zu verpassen.
  • Streit mit Eltern und Probleme in der Schule nimmst du in Kauf, nur um weiter online zu sein.

 
Je mehr Kriterien auf dich zutreffen, umso bedenklicher ist dein Internetkonsum einzustufen und umso eher solltest du etwas verändern.
 

 

Was ist so toll am Internet?

Das Internet übt auf viele eine große Faszination aus. Im Chat können alle sein, wie sie wollen. Das Aussehen ist egal. Es ist leichter, jemanden anzusprechen oder Dinge von sich zu erzählen als im wirklichen Leben. Der Fantasie sind dabei keine Grenzen gesetzt. Niemand kann kontrollieren, ob persönliche Angaben wie Alter oder Aussehen auch wirklich stimmen.
Wenn man sich einsam fühlt, ist im Chat rund um die Uhr jemand da.
Bei Online-Spielen findet man sehr schnell Spielpartner.

 

 

Flucht in andere Welt

Gerade wenn das eigene Leben sehr schwierig ist oder man sich einsam fühlt, ist das Leben im Chatroom in sozialen Netzwerken wie eine Flucht in eine angenehmere und leichtere Welt. In den Spielen sind die Spieler oft mächtig - nicht machtlos wie im wirklichen Leben.

 

Tipp

Was tun?

  • Nimm erste Anzeichen, die du bei dir bemerkst und auch Andeutungen von FreundInnen ernst. Bestimmt das Internet dein Leben? Sei ehrlich zu dir selbst!
  • Eine Möglichkeit wäre, dass du dir selbst Offline-Zeiten fixierst.
  • Überlege einmal, was du früher sehr oft getan hast (z. B. wen du oft getroffen hast, wie du deine Wochenenden verbracht hast) und schau genau hin, was davon noch übrig ist. Unternimm wieder etwas, außerhalb des Netzes!
  • Verlasse für´s Essen und Trinken deinen Platz vor dem PC, leg dein Smartphone dafür weg.
  • Wenn die eigenen Versuche nicht helfen, dann hol dir Hilfe, z. B. bei Beratungsstellen.

 

Logo saferinternet.at. (saferinternet.at)

 

 

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