Kalender - ein Tag ist eingekreist, daneben Schriftzug: Blinddate
CC0 / Pixabay Basti93 (bearbeitet)

Blind Dates ohne Risiko

Was wenn man im Internet jemanden kennenlernt und sich treffen möchte? Was gilt es zu beachten und welche Argumente können helfen, eure Eltern zu überzeugen?
Im Internet knüpft man schnell neue Bekanntschaften und kann auch neue FreundInnen finden. Auch manche Beziehungen beginnen online. So einfach es das Internet auch macht, weltweit Personen kennenzulernen, wer wirklich hinter der online Identität steckt, weiß man zu Beginn nicht wirklich. 
 
 

Warum Vorsicht angesagt ist

Viele wenden sich an uns, weil sie im Internet jemanden kennengelernt haben, der am Anfang total nett war und dann aber immer komischer wurde. Manchmal kam es auch zu sexuellen Belästigungen, Erpressungsversuchen und Drohungen.

Im Internet kann sich jeder und jede selbst aussuchen, wie er/sie sich präsentiert. Manchmal ist die tatsächliche Person der Darstellung sehr ähnlich, manchmal aber auch gar nicht. Über Leute, die du ausschließlich online kennst, weißt du kaum etwas. Alter, Name, Adresse, Fotos und Charakter können gefälscht sein. Gerade Personen die bewusst täuschen wollen, haben oft einen großen Fotopool aus dem sie schöpfen können. Sie verwenden z. B. Fotos von Jugendlichen oder immer öfter jungen Erwachsenen aus dem Internet.

Jemand kann dir stundenlang der beste Freund sein oder dir süße Sachen schreiben, ohne es ernst zu meinen. Im schlimmsten Fall kann auch eine kriminelle Absicht dahinter stehen.

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass man sich generell mit niemandem befreunden sollte, den man nicht auch aus dem offline Leben kennt. Es bedeutet nur, dass es sich durchaus lohnt, ein wenig misstrauisch zu sein.

 

Behalte ein paar Infos zuerst für dich

Alle Daten, die dich mit deinem offline Leben in Verbindung bringen, solltest du niemandem geben, den du noch nicht bei einem persönlichen Treffen kennen gelernt hast oder dessen Identität du nicht zumindest mal kurz überprüft hast. Das sind z. B. Wohnadresse, Schuladresse, genaue Urlaubsadresse, dein Sportverein (die Webseiten verraten meist sehr viel über dich) etc.

Bei Fotos lohnt es sich, vorsichtig zu sein. Leider werden immer wieder persönliche Fotos weiterverbreitet oder es wird sogar damit erpresst. Wenn du Fotos schickst, dann denk dran: Du weißt nicht, was der/die andere damit macht. Ob sie unter den KlassenkollegInnen herumgezeigt werden, in Facebook hochgeladen werden oder im schlimmsten Fall auf einer kinderpornografischen Seite landen (was leider gar nicht selten geschieht). Verschicke nur Fotos von denen du es auch aushalten würdest, wenn sie in der Öffentlichkeit landen würden.

Tipps für das erste (Blind) Date

 

  • Vereinbare Treffpunkte nur an öffentlichen Orten, z. B. in einem Café/Restaurant, das du kennst, einem großen Kinokomplex, einem großen Einkaufszentrum oder Ähnlichem. Es muss ein Ort sein, an dem Personen fix arbeiten. Denn wenn etwas schief läuft, kannst du dort z. B. die Angestellten um Hilfe bitten. Triff dich niemals an einem einsamen Ort oder bei dem/derjenigen zu Hause.
 
  • Erzähle jemandem vom dem Treffen, etwas FreundInnen oder deinen Eltern. Am besten vereinbare, dass du dich vom Treffen aus meldest, um zu sagen, dass alles okay ist. Oder lass dich von deinen Eltern oder einer Freundin/einem Freund während des Treffens anrufen und fragen, ob alles in Ordnung ist. Gerade wenn du dich gut mit deinen Eltern verstehst, können sie vielleicht zu Beginn des Treffens unauffällig im Hintergrund dabei sein und einfach unbemerkt wieder gehen, wenn sie merken, dass alles in Ordnung ist.
 
  • Eine Möglichkeit ist auch, dass du mit der online Bekanntschaft vor dem persönlichen Treffen telefonierst oder videotelefonierst. So kannst du schon mal schauen, ob dir die Person auch dann noch sympathisch ist, wenn du Aussehen und Stimme dazu hast. Vor allem kannst du dann gleich überprüfen, ob die Altersangaben stimmen. Bei Kontakt über Webcam achte darauf, dass du sie so positionierst, dass du nicht unfreiwillig Persönliches von dir Preis gibst. Und vor allem: Die Anrufe sollten unbedingt spontan von dir kommen und nicht ausgemacht sein. Denn sonst haben die Personen Zeit, eventuell jemand anderen für diesen Termin vor die Kamera zu setzen.
 
  • Lass dir ein Bild von der Person schicken, von dem auszugehen ist, dass die Person es nicht zu Hause hat, sondern neu machen muss. Z. B. ein Selfie mit einem Zettel neben dem Gesicht auf dem dein Name geschrieben gesteht oder #ichbinecht etc. Sicher fallen dir da noch einige Möglichkeiten ein. So kannst du auch herausfinden, ob die Person auf den Fotos, wirklich die Person ist, die sie vorgibt zu sein. Allerdings nur dann, wenn du das Foto wirklich in ein paar Minuten bekommst. Dauert es paar Stunden, weißt du nicht mehr, ob es eventuell bearbeitet wurde.
 

Es sind nur wenige Dinge, die zu beachten sind. Wenig Zeitaufwand, aber viel Effekt! Vor allem kannst du dein Date dann in aller Ruhe genießen.

 

Eltern sind gegen ein Treffen

Viele Eltern machen sich durchaus auch berechtigte Sorgen, wenn es um ein Treffen mit einer Internet-Bekanntschaft geht. Nicht selten verbieten sie es dann, aus Angst es könnte etwas falsch laufen. Um bessere Chancen auf eine Erlaubnis zu haben, kannst du versuchen, von selbst das Thema Sicherheit anzusprechen. So kannst du deinen Eltern zeigen, dass du selbst auch daran denkst und dir Gedanken machst, wie so ein Treffen sicher ablaufen kann.

 

Eltern überzeugen

 

  • Erzähle deinen Eltern, was du schon über die Internet-Bekanntschaft weißt. Wenn ihr z. B. schon via Webcam Kontakt hattet, dann kannst du z. B. sagen, dass du weißt, das die Person wirklich jugendlich ist.
  • Zeige, dass du dir selbst schon Gedanken gemacht hast, wie das Treffen ohne großes Risiko aussehen kann. Z. B. dass du dich in deinem Stammcafe triffst und dass du deine Eltern nach 15 Minuten anrufen würdest, um zu sagen, dass alles in Ordnung ist.
  • Nütze unseren Artikel bzw. auch die Seiten für Eltern von www.saferinternet.at, um deinen Eltern zu zeigen, dass auch renommierte Stellen, Treffen unter bestimmten Bedingungen für erlaubenswert halten.
  • Traust du dich gar nicht, mit deinen Eltern darüber zu sprechen, dann gib unbedingt jemand anderem Bescheid, dem du vertraust!
 
  • Folge uns


    Schnell über aktuelle Kettenbriefe & Abzock-Fallen informiert sein, die 147 Rat auf Draht BeraterInnen besser kennen lernen - Aktuelle Tipps & Infos von uns findest du auf unseren Social Media Kanälen:

    Instagram - @147rataufdraht
    Facebook – 147 Rat auf Draht
    WhatsApp Broadcast - 0677 / 61790780