Mann mit seiner Hand auf einer PC Maus
CC0 / Pixabay markusspiske (bearbeitet)

Cyber-Grooming

Im Internet lernt man über die Ortsgrenzen hinweg neue Leute kennen. Leider weiß man nie genau, wer hinter den Nicknames wirklich steckt. Manche verschleiern bewusst ihre Identität. Lies nach, wie man testet, wer wirklich dahinter steckt.

Es ist reizvoll, auch einmal mit jemandem zu chatten oder sich auszutauschen, den man nicht aus dem realen Leben kennt. Leider weiß man dann nicht, mit wem man es wirklich zu tun hat. Das zeigt auch das folgende Video:

 

Cyber-Grooming - Was ist das?

Grooming ist die Anbahnung sexueller Kontakte durch Erwachsene an Kinder und Jugendliche. Passiert dieses Annähern über digitale Medien, also in sozialen Netzwerken,Chatrooms, Messengern wie WhatsApp oder in Spielenetzwerken, spricht man von Cyber-Grooming. Konkret ist damit gemeint, dass sich Erwachsene als meist Jugendliche oder junge Erwachsene ausgeben und so versuchen, sich das Vertrauen zu erschleichen. Ihre Absicht dahinter ist oft die sexuelle Belästigung.

Viele denken, dass man besonders naiv sein muss, um auf Grooming herein zu fallen. Die Fälle zeigen allerdings, dass die TäterInnen sehr geschickt vorgehen. Manche investieren wirklich viel Zeit in diese Anbahnung und verhalten sich oft über Monate durchwegs völlig unauffällig für die Betroffenen. Man tappt wirklich sehr leicht in deren Falle, auch wenn man vorsichtig ist.

 

Grooming und Recht

Grooming und Cyber-Grooming sind seit 1.1.2012 in Österreich strafbar. § 208a StGB verbietet Cyber-Grooming, aber auch die Kontaktaufnahme allein mit sexuellen Absichten im realen Raum. Wenn man selbst von Cyber-Grooming betroffen ist, hat man so die Möglichkeit, auch Anzeige zu erstatten. TäterInnen müssen mit einer Strafe rechnen.

 

Wo kommt es vor?

Im Prinzip kann Cyber-Grooming überall dort stattfinden, wo man über digitale Medien Kontakt mit Personen hat, die man nicht aus dem realen Leben kennt. Also soziale Netzwerke, wie Facebook und Instagram, Chats, Foren, Messenger wie WhatsApp, Spieleseiten, Spielenetzwerke etc.

Cyber-Grooming in Online Spielen

In Online Spielen kann man mit Personen aus der ganzen Welt zusammen spielen. Coole Sache. Fieserweise machen sich genau das auch Grooming-TäterInnen zu Nutze.

Wie verhalten sich TäterInnen in Online Spielen?

Genauso, wie jeder / jede andere SpielerIn auch. Meist sind sie vom Ranking her sogar sehr hoch. Auffällig kann sein, dass sie besonders im Spiel sind und dazu noch nett und verständnisvoll agieren. Gerade wenn Eltern das Zocken verbieten oder gewisse Spiele nicht erlauben. Vom Alter her geben sie sich häufig als knapp erwachsen aus, also etwa zwischen 18 und 30 Jahre alt. Direkte Fragen, die sich "auffliegen" lassen könnten, stellen sie so gut wie nie. Erst wenn es zum Treffen kommt, kommt es zur Belästigung. Wenn du dich an klare Regeln beim Treffen von Internetbekanntschaften hältst, gerade auch, wenn es um das gemeinsame Zocken geht, dann kannst du dieses Risiko sehr minimieren!

  • Vereinbare Treffpunkte nur an öffentlichen Orten, z. B. in einem Café/Restaurant, das du kennst, einem großen Kinokomplex, einem großen Einkaufszentrum oder Ähnlichem. Denn wenn etwas schief läuft, kannst du dort z. B. andere Personen um Hilfe bitten. Triff dich niemals an einem einsamen Ort oder bei dem/derjenigen zu Hause.
  • Erzähle jemandem vom dem Treffen, FreundInnen, deinen Eltern. Am besten vereinbare, dass du dich vom Treffen aus meldest, um zu sagen, dass alles okay ist. Oder lass dich von deinen Eltern oder einer Freundin / einem Freund während des Treffens anrufen und fragen, ob alles in Ordnung ist.
 

Mögliche Erkennungsmerkmale

Um Cyber-Grooming zu erkennen, gilt es wachsam zu sein, um mögliche "falsche Identitäten" rasch zu erkennen. Achte auf mögliche "auffällige Verhaltensweisen".

 

Grooming erkennen


Misstrauisch sein lohnt sich, wenn:
 

  • jemand auffällig viele Komplimente macht, quasi schleimt.
  • du jemanden erst seit kurzem kennst und er / sie aber so tut, als wäret ihr schon über Jahre befreundet.
  • sich jemand sehr bald nach eurem Kennen-Lernen für dein reales Umfeld interessiert, wie deine Telefonnummer, dein richtiger Name, deine Adresse, Schule etc. Eine Chatbekanntschaft fragt meist nicht nach Details, sondern begnügt sich mit dem Wohnort.
  • sich jemand erkundigt, ob du alleine vor dem PC/Laptop sitzt. Hier geht es meist darum, dass der/die Chatter/in Angst hat aufzufliegen, falls jemand anderer mitliest.
  • jemand detailliert über dein Aussehen Bescheid wissen möchte und auch vor intimen Fragen (z. B. hast du schon die Regel, hattest du schon deinen ersten Samenerguss) nicht zurückschreckt.
  • jemand möchte, dass du über den Chatkontakt mit niemand anderem sprichst.
  • dich jemand mit Geschenken bzw. Angeboten (z. B. als Model durchzustarten) zu locken versucht. Auch im Internet gibt es nichts gratis, und seriöse Modelagenturen casten nicht im Internet.
  • sich jemand sehr bald danach erkundigt, ob du eine Web-Cam hast. Vor allem dann, wenn der andere keine hat!
  • jemand nach Nacktfotos fragt. Immer wieder lassen sich Mädchen und Burschen durch Komplimente dazu hinreißen.
  • jemand schreibt, dass er / sie begeistert ist, dass du so jung bist und er / sie gerade junge Menschen besonders schätzt, sich von jungen Menschen am besten verstanden fühlt, ...
  • jemand immer wieder sexuelle Themen anschneidet und wissen will, welche Erfahrung du bereits gemacht hast.
  • angeblich jugendlich ist, aber keine gängige Jugendsprache verwendet.
  • sich jemand mit spezifischen Jugendthemen nicht auskennt, gängige Musikbands z. B. nicht kennt.

 

 

Viele melden sich bei uns, die negative Erfahrungen mit Internet-Bekanntschaften gemacht haben und selbst niemals damit gerechnet hätten. Solange du vorsichtig bist und auch deine Privatsphäre achtest, spricht auch nichts dagegen, auch mal mit jemandem zu chatten, den/die du nicht aus dem realen Leben kennst. Wichtig ist dann nur, dass du ganz besonders auf deine Privatsphäre achtest und nichts bekannt gibst, was dich mit deinem richtigen Leben in Verbindung bringt! Vor allem so lange nicht, bis du dessen/deren Identität wirklich überprüft hast!

 

Lass dich nicht hinters Licht führen

Um herauszufinden, wer hinter einem Profil wirklich steckt, können dir folgende Tricks helfen:

 

 

  • Gerade in sozialen Netzwerken kannst du schauen, ob es Fotos von Freunden des/der Betreffenden gibt, auf denen er/sie markiert ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass das Profil und die Fotos gefälscht sind, ist dann schon einmal kleiner.
  • Bei Profilen ganz ohne Fotos sollest du generell sehr skeptisch sein.
  • Wenn es darum geht, sich gegenseitig ein Foto zu schicken, dann gib dich nicht mit einem normalen Foto zufrieden, sondern verlange ein ganz spezielles Foto, das man nicht einfach so von sich zu Hause hat, sondern extra anfertigen muss. Z. B. mit einer Salatgurke auf dem Kopf oder mit einem Blatt Papier neben dem Kopf auf dem #ichbinswirklich steht. Diesen Tipp haben wir übrigens von einer Jugendlichen, die das schon seit längerem so macht und sehr gute Erfahrungen damit gemacht hat!
  • Wenn die andere Person eine Webcam hat, kannst du sie auch bitten, eine aktuelle Aufnahme von sich zu machen, also direkt vor dem Bildschirm.
  • Beim Telefonieren kann man anhand der Stimme herausfinden, ob das angegebene Alter stimmt. Allerdings solltest du dir lieber die Nummer des/der anderen geben lassen und dann selbst anrufen, ohne deine Nummer mitzuschicken!
  • Fragen aus der aktuellen Musikszene, können helfen, herauszufinden, ob das angegebene Alter stimmt. Das gilt auch für Infos über aktuelle Modetrends oder Wörter, die vorwiegend von Jugendlichen verwendet werden.
 

In die Falle getappt

Solltest du doch einmal mehr über dich verraten haben, als du eigentlich wolltest oder du in irgendeine andere blöde Situation geraten sein, dann melde dich lieber früher als später bei uns. Denn je schneller du dir Hilfe holst, umso eher kann etwas getan werden. Wir machen dir auch sicher keine Vorwürfe, sondern überlegen mit dir gemeinsam, wie du die Situation am besten lösen kannst!

Wichtig! Schuld ist immer der-/diejenige der/die den Kontakt sucht. Dich trifft keine Schuld!

Es gibt übrigens viele Gründe, warum es sich lohnt, ein bisschen misstrauisch zu sein. Findest du heraus, was in diesem Video geschieht?
 

 
 

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