Frau schaut verängstigt

Angst

Ängste können den Alltag auch stark einschränken. Dann braucht es oft einfach Unterstützung. Hier gibt es Infos zu Angst und Angsterkrankungen.

Angst ist ein Warnsignal

Angst ist ein Gefühl, das uns vor einer möglichen Gefahr warnen soll . Würden wir niemals Angst empfinden, würden wir uns häufig in Situationen begeben, die für uns bedrohlich sind. Angst manchmal sogar überlebensnotwendig, weil sie uns davor bewahrt, Dinge zu tun, die gefährlich sein könnten.
 

Wenn die Angst Probleme macht

Es kann aber auch sein, dass Angstgefühle für uns hinderlich werden. Nämlich dann, wenn wir Angst haben, obwohl eigentlich gar kein wirklicher Grund dafür besteht. Ein Beispiel dafür wäre zum Beispiel die "Prüfungsangst". Eine Prüfung ist eigentlich keine (lebens-)bedrohliche Situation. Und trotzdem empfinden manche Menschen so große Angst vor einer Prüfung, dass sie sich kaum noch konzentrieren können.

Körperliche Auswirkungen von Angst

Wenn man Angst empfindet, reagiert auch der Körper. Diese Reaktionen dienen dazu, den Menschen auf eine "Flucht-" oder "Kampfreaktion" vorzubereiten. "Flucht" oder "Kampf" sind die ganz normalen Schutzreaktionen, die tief in uns verankert sind.

Körperliche Symptome bei Angst:

  • Erhöhte Aufmerksamkeit, Seh- und Hörnerven werden empfindlicher
     
  • Erhöhte Muskelanspannung und Reaktionsgeschwindigkeit
     
  • Erhöhte Herzfrequenz, erhöhter Blutdruck, sowie eine flachere und schnellere Atmung
     
  • Schwitzen, Zittern und Schwindelgefühl
     
  • auch Übelkeit und Atemnot können auftreten
     

Arten von Angststörungen

Bei Angststörungen haben Personen über einen längeren Zeitraum übermäßige und häufig auftretende Angst. Dabei ist das alltägliche Leben meistens stark beeinträchtigt.

Phobie

Unter Phobien versteht man eine bestimmte Art von Angststörung. Nämlich die Angst vor bestimmten Dingen oder Situationen.

Eine häufig vorkommende Phobie ist die so genannte "Klaustrophobie" - die Angst vor engen oder geschlossenen Räumen. "Spezifische Phobien" beziehen sich auf die Angst vor ganz bestimmten Dingen (z. B. Schlangen, Blut, Spinnen, etc.).
Nicht jeder der sich vor einer Spinne ekelt leidet aber unter einer Phobie. Erst wenn die Angst wirklich übermäßig ist und man aus Panik davor auf Spinnen zu treffen, bestimmte Situationen ganz vermeidet, kann man von einer Phobie sprechen.

Bei einer sozialen Phobie hat jemand über längere Zeit sehr starke Angst, sich vor anderen zu blamieren oder negativ bewertet zu werden. Auch hier gilt: Jeder hat vielleicht mal Angst sich zu blamieren. Hin und wieder erleben das viele mal. Wenn diese Angst aber zum Dauerzustand wird, von heftigen körperlichen Angstanzeichen begleitet wird (z. B. Herzrasen, Zittern …) oder immer wieder deshalb Situationen vermieden werden, kann es eine Angststörung sein.

Panikattacken

Panikattacken sind starke plötzlich auftretende Angstanfälle, ohne dass es dafür einen sichtbaren Anlass gibt. Der Angstanfall wird von körperlichen Symptomen, wie Herzrasen, beschleunigte Atmung oder Atemnot, Zittern, Schwindel, Schweißausbrüche begleitet. Oft treten auch ängstliche Gedanken auf, z. B. die Angst einen Herzinfarkt zu bekommen, oder verrückt zu werden. Aus Angst wieder eine Panikattacke zu bekommen sind die Betroffenen oft ungern alleine oder scheuen sich davor aus dem Haus zu gehen.

Generalisierte Angststörung

Betroffene Personen machen sich viele Sorgen und Befürchtungen über Dinge im alltäglichen Leben. Oft reiht sich eine Sorge an die andere und das Sorgen-machen kann mehrere Stunden beanspruchen. Die Befürchtungen beziehen sich z. B. auf Schule, Beruf, das Auftreten von schlimmen Ereignissen oder dass jemand krank werden oder einen Unfall erleiden könnte. Aufgrund der ständigen Besorgnis kommt es zu vielen weiteren Symptomen wie Nervosität, Reizbarkeit, Einschlafstörungen, Herzrasen, Bauch- oder Schluckbeschwerden, Anspannung, Beklemmung, usw.

 

Was hilft bei Angst?

 
Psychotherapeutische Hilfe

Es zahlt sich aus, Hilfe anzunehmen, wenn Ängste über eine längere Zeit dein Leben beeinträchtigen. Angststörungen lassen sich im allgemeinen sehr gut mit Psychotherapie behandeln. Nach Psychotherapeut*innen in deiner Nähe kannst du z. B. hier suchen:

 

Selbsthilfe bei Angst

Einiges lässt sich selbst tun um Ängste zu reduzieren.

Aufputschendes vermeiden

Aufputschende Substanzen wie Kaffee, Energydrinks, Guarana, aufputschender Tee, Nikotin oder aufputschende Drogen können bewirken, dass es leichter zu Angst oder Panik kommt.

Entspannung hilft!

Entspannung ist quasi das Gegenteil von Angst und kann dir helfen dich zu beruhigen. Probier mal, dich mit angenehmer Musik tief in die Couch sacken zu lassen und dich nur auf deinen Atem zu konzentrieren. Doppelt oder dreimal so lang auszuatmen, wie einzuatmen, hilft dabei auch zum "Runterkommen".

Unsere Tipps zum Entspannen findest du auch hier:

Stoppe deine Angstgedanken

Machst du dir viele Gedanken, was alles an schlimmen und unangenehmen Dingen passieren könnte? Das ist bei Angst zwar verständlich, aber diese „Horror“-Vorstellungen führen oft dazu, dass die Angst noch größer wird.

Es kann helfen, wenn du versuchst diese ängstigenden Gedanken zu stoppen. Du könntest z. B. versuchen laut oder auch in Gedanken „Stopp – Es reicht!“ zu sagen und dann deine Gedanken auf etwas anderes lenken. Z. B. einen Songtext deiner Lieblingsband aufsagen oder einfach von 1000 rückwärts zählen.

Schränk dich nicht ein!

Geh Situationen nicht aus dem Weg, die schon mal zu Angst geführt haben. Durch das Vermeiden hat dich die Angst weiter im Griff. Vielleicht ist es für dich auch wichtig herauszufinden, dass Ängste nicht jedes Mal in solchen Situationen auftreten – auch das kann beruhigend sein.

In unserem Video findest du auch viele Infos und Tipps zum Thema Angst:

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